Transferkompetenzen vermitteln

Fachgespräch Transferkompetenzen:
Nicht weiter wie bisher

Empfehlungen der Community of Practice
11. März 2026 | Fraunhofer-Forum Berlin |
09:30–15:00 Uhr

Fachgespräch Transferkompetenzen: Nicht weiter wie bisher

Fachgespräch
Transferkompetenzen: Nicht weiter wie bisher

Empfehlungen der Community of Practice
11. März 2026 | Fraunhofer-Forum Berlin |
09:30–15:00 Uhr

Fachgespräch

Transferkompetenzen: Nicht weiter wie bisher

Fachgespräch
Transferkompetenzen: Nicht weiter wie bisher

Empfehlungen der Community of Practice
11. März 2026 | Fraunhofer-Forum Berlin |
09:30–15:00 Uhr

Executive Summary

Beim Fachgespräch „Transferkompetenzen: Nicht weiter wie bisher“ diskutierte die Community of Practice im Fraunhofer-Forum Berlin, wie Transferkompetenz in Deutschland wirksamer verankert und Transferhandeln gestärkt werden können. Deutlich wurde:

Transferkompetenz ist Kulturarbeit: Es geht nicht nur um Methoden und Unterstützungsstrukturen, sondern um Rollen, Anerkennung, Verantwortung und Anschlussfähigkeit.

In der ersten Provokation argumentierte Dr. Martin Mann, Geschäftsführer der Berlin University Alliance, in seinem Beitrag „Zeit der Anfechtungen: Wie kann Gesellschafts- und Politikberatung trotzdem gelingen?“, dass Wirkung in der wissenschaftlichen Gesellschafts- und Politikberatung nicht aus Autorität entsteht, sondern aus differenzierten Rollen, Transparenz und Übersetzungsleistung. Wissenschaftliche Beiträge müssen adressatengerecht aufbereitet werden, um im Wettbewerb um Aufmerksamkeit wirksam zu sein.

Für den Transfer in Hochschulen wurde eine strukturelle Schieflage sichtbar. Prof. Dr. Anke van Kempen, Professorin für Unternehmens-, Wissenschafts- und Technologiekommunikation an der Hochschule München, erläuterte unter Rückgriff auf Praxiserfahrungen, qualitative Forschungsergebnisse und die Studie Transfer1000, dass Transfer häufig nicht als regulärer Bestandteil der Arbeitsbeschreibung von Professor:innen erfasst wird. Damit wird Transfer systematisch in die „Freizeit“ verschoben wird. Die Diskussion machte deutlich, dass Transfer strukturell anerkannt und organisatorisch verankert werden muss.

Internationale Beispiele wurden von Dr. Pavel Ovseiko, Senior Research Fellow und Principal Investigator an der University of Oxford, vorgestellt. Am Beispiel der UK-Impact-Logik zeigte er, wie Impact zur Grundlage für die Vergabe von Fördermitteln werden kann. Diskutiert wurden sowohl die Chancen einer wirkungsorientierten Steuerung, etwa durch klare Incentives, als auch deren Risiken: Impact-Messung kann Wirkung fördern, aber zugleich Verhalten verengen oder disziplinäre Unterschiede verstärken.

Im Anschluss wurden diese Impulse an den Thementischen entlang zentraler Leitfragen vertieft:

  1. Wie wird Transfer zum Wettbewerbsvorteil für KMU?
  2. Wie wird Transfer von der Pflicht zur Kür?
  3. How can impact measurement become an incentive?
  4. Wie wird Wissenschaft zur unübergehbaren Stimme in Politik und Alltag?

Die Veranstaltung wurde am Nachmittag mit einer Fishbowl-Diskussion fortgesetzt. Das Panel vereinte unterschiedliche Perspektiven aus Hochschulforschung, Innovationspolitik, wissenschaftlicher Weiterbildung und Future Skills. Es diskutierten Dr. Sigrun Nickel, Leiterin Hochschulforschung am Centrum für Hochschulentwicklung (CHE), Heike Schöning, Public-Affairs-Managerin Innovationspolitik in der IHK Berlin, Prof. Dr. Annette Mayer, Leiterin der Zentraleinrichtung Wissenschaftliche Weiterbildung und Kooperation der TU Berlin und Florian Rampelt, Programmleiter Future Skills & KI im Stifterverband sowie Geschäftsstellenleiter des KI-Campus.

Dabei kristallisierten sich Spannungsfelder heraus. Unter anderem wurde die Frage nach dem Verhältnis zwischen individualisierter Transferkompetenz und institutionalisierter Transferförderung diskutiert. Einerseits wurde der Wunsch artikuliert, „kleiner“ anzusetzen und konkrete, umsetzbare Schritte zu gehen. Andererseits wurde der Ruf nach übergreifenden strukturellen Initiativen deutlich, die Transfer langfristig absichern.

Das Fachgespräch machte deutlich, dass Transferkompetenz weder ausschließlich individuelle Haltung noch ausschließlich institutionelles Steuerungsinstrument ist. Sie entsteht im Zusammenspiel von persönlicher Verantwortung, organisationaler Verlässlichkeit und strategischer Rahmensetzung. Transfer wirksam zu gestalten, bedeutet daher, Begegnungsräume zu öffnen, Anerkennungsstrukturen zu reformieren und gleichzeitig institutionelle Leitplanken weiterzuentwickeln.

Eine detaillierte Ergebniszusammenfassung inklusive Fotodokumentation können Sie hier herunterladen.

Bilder von der Veranstaltung